Evelyn


Mein Interesse and der Fotografie erwachte bereits als Kind, mein Vater hatte eine analoge Spiegelreflexkamera mit welcher ich versuchte die Frösche in unserem Teich zu fotografieren, leider gestaltete sich das schwierig da die Motive nicht stillsitzen wollten 🙂

Ich gab manchmal mein ganzes Taschengeld für das Entwickeln von Filmen aus, es waren jeweils 2-3 brauchbare Bilder dabei, aber mehr aus Glück den aus Können. Von meinem ersten Gehalt in der Ausbildung kaufte ich mir meine erste digitale Spiegelreflexkamera, eine Canon EOS 350D, nun  musste ich wenigstens das Entwicklen nicht mehr bezahlen und konnte die Ergebnisse direkt betrachten. In den nächsten Jahren fotografierte ich sporadisch, ich hatte zwar meine Vorstellungen was ich fotografieren wollte, mit dem Ergebnis war ich aber selten zufrieden.

Als Thomas und ich unsere erste längere Reise planten (3.5 Wochen mit dem Wohnmobil durch Schweden) beschlossen wir das es Zeit wäre mal einen Kurs zu besuchen, wir buchten also 2 Stunden bei einem lokalen Fotografen der uns zeigen sollte wie man „richtige“ Bilder macht. Er erklärte uns also ISO, Blende und meinte wir sollten nicht mehr im „Automatisch Modus“ fotografieren. Ich gebe zu, für mich war das irgendwie alles wie Kyrillische Schrift. Aber Versuch macht Klug, also haben wir in Schweden fleissig geübt, meine Kamera hätte ich des Öfteren gerne in irgend einen See geschmissen 😀 Aber sie konnte ja nichts für mein Unvermögen. (Es wurden also keine Kameras gequält, keine Sorge!) Die Bilder wurden aber besser, so richtig verstanden wieso hab ich zwar nicht aber ich war soweit zufrieden.

Es folgten weitere Reisen, einen aufschlussreichen Nachtworkshop in London, eine Wanderreise in Irland, die Bilder waren in Ordnung aber zufrieden war ich noch nicht, meine Bilder im Kopf sahen einfach immer noch besser aus als das Ergebnis auf dem Display, weniger bezüglich der Bildkomposition denn des Dynamikumfangs, Farben, Schärfe und dem gewissen Etwas. Ich hatte langsam das Gefühl ich bräuchte eher einen Psychiater als eine Kamera da mich nur Jeder komisch ansah wenn ich von meinem „Bild im Kopf“ sprach.

In einem deutschsprachigen Fotoforum sah ich mir oft Bilder an die mich faszinierten, ich fragte mich immer „wie bitte ist das möglich? Ist es Zauberei? gnadenlose Photoshopkunst? oder doch Können?“ Als dann ein Workshop von diesen Magiern ausgeschrieben war für eine Polarlichtreise, überredete ich Thomas und einen Kollegen dazu, wir kauften Ausrüstung (lichtstarke Objektive, neue Stative, Jacken, und Filter.. Ja Filter! Obwohl wir die für de Irland-Urlaub gekauften Cokin noch nicht mal ausgepackt hatten!) Ich gebe zu ich war skeptisch, vielleicht werfen wir hier gerade sehr viel Geld zum Fenster raus und am Ende sind wir gleich weit wie zuvor? Dies sollte aber mitnichten so sein. Schon am ersten Abend habe ich mehr gelernt als in den Jahren davor! Die Materie war ja eigentlich ganz einfach, ohne stundenlanges wälzen von Technik und irgendwelchen Tabellen, das war schon viel eher nach meinem Geschmack. Schon bald konnte ich meine „Bilder im Kopf“ visualisieren, und zwar in der Kamera und nicht mit Hilfe von Belichtungsreihen (wozu ich schon immer zu faul war) oder extensivem Einsatz von Photoshop.

Seither folgte eine Reise nach Schottland und ein weiterer Workshop auf den Lofoten. Zu dein einzelnen Reisen wird es dann einzelne Blogbeiträge geben. Wie ihr vielleicht gemerkt habe ist mein favorisiertes Motiv Landschaften, am liebsten Seascape. Zu Hause bin ich schrecklich uninspiriert ,mir fehlt die Weite, das Meer und wahrscheinlich auch die Ruhe.