Schottland – Teil 2: Die Reise

Schottland – Teil 2: Die Reise

Tag 1 (Manchester-Falkirk)

Die Anreise hat gut geklappt, Flugzeug war pünktlich und die Übernahme des Mietwagen (Enterprise) unkompliziert. Los gings, auf der „falschen“ Strassenseite, über die M6 in Richtung Grangemouth (bei Falkirk). Die reine Fahrzeit hat 3.5 Stunden betragen, also ziemlich human. Nach dem einchecken im Hotel wollten wir erstmal das Städtchen erkunden und etwas Essen. Das lokale Pub in einer ehemaligen Kirche war genau das Richtige dafür! Also falls sich Jemand nach Grangemouth verirrt: Pub in der Kirche aufsuchen um sich zu stärken 😀 Am Abend wollten wir die ersten zwei Locations besuchen und somit die ersten Fotos auf schottischem Boden machen. Geplant waren das Falkirk Wheel, eine riesige Schiffshebe sowie die Kelpie Statuen, zwei 30 Meter hohe Pferdeskulpturen in einem Park (Helix Park).

Anbei ein Foto unseres treuen Mietwagens inklusive Finger vor der Linse.. (hier zu sehen auf Skye)

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Wir fuhren also los in Richtung des Falkirk Wheels, welches wir zum Sonnenuntergang + blaue Stunde festhalten wollten. Aber schon beim Parken begann der Urlaub 😀 am Tor zum Parkplatz stand dieses würde um 19.00 Uhr verschlossen und erst am Morgen wieder geöffnet, an der Strasse davor waren alles Wohnhäuser, man kann ja nicht den Leuten die Einfahrt zuparken.. Also haben wir etwas weiter die Strasse runter geparkt und sind dann durch die Parkanlage zum Wheel gelaufen. Dieses war immerhin einfach zu finden, durch seine Grösse war es auch kaum zu übersehen! Verunsichert hat uns das immer wieder mal Autos auf den Parkplatz unten am Wheel gefahren sind, konnte man da also doch auch später am Abend parken? Man konnte nicht. Das Tor wurde geschlossen und einige der parkenden Leute waren recht verzweifelt weil sie nicht mehr rausfahren konnten. Sie waren immer noch da als wir wieder weg sind, man merke also: die Schotten meinen was sie schreiben.

Aber zum Wheel, auf Bildern hatte ich vor allem die Beleuchtung ansprechend gefunden, so als Kontrast zur natürlichen Beleuchtung durch die untergehende Sonne. Jeder hat sich also so seinen Platz gesucht und dann wurde gewartet. Mein Aufbau war etwas kriminell, nicht zum letzten Mal in diesem Urlaub, dazu gibt’s auch ein Making Off:

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Langer Rede, kurzer Sinn: schon die erste Location hat nicht so funktioniert wie geplant. Die Beleuchtung wurde nämlich nicht angestellt! Da kann man noch lange recherchieren und planen aber im Endeffekt muss man dann einfach nehmen was man bekommt. Somit habe ich genau ein Bild welches mir gefällt, Blaue Stunde mit noch etwas Silberstreifen am Himmel. Thomas war weiter hinten wo die Schiffe aus dem Tunnel kommen um auf die Hebe zu fahren, auch eine interessante Perspektive!

 

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Kurz nach diesen Bildern packten wir zusammen und machten uns auf zum Helix Park, dort wo die Kelpies stehen, diese sind schon auf der Autobahn sehr gut zu erkennen durch Ihre Grösse, also die Spots zu finden war zumindest in Falkirk kein Problem! Da der Abend sehr warm war, machten wir uns vom Parkplatz aus dem Kanal entlang auf den Weg zu den zwei Statuen. Diese sind wirklich beeindruckend. Dort sahen wir dann auch einen Fotoworkshop die sich schön in einer Reihe aufgestellt hatten. Ich machte aber erstmal einen Spaziergang um die Statuen um mir eine Perspektive zu suchen welche mir zusagt. Einiges was ich mir überlegt hatte, wie zum Beispiel eine Spiegelung der Köpfe im Wasser davor, hat nicht so richtig funktionieren wollen. Dafür habe ich zwei andere Bilder die mir gut gefallen:

Kelpies

 

 

 

 

 

Da meine Mitfotografen nicht so angetan waren von diesem Spot, sind wir zeitig wieder ins Hotel zurück und haben uns schlafen gelegt.

Tag 2 und 3 : Doune Pertshire (Loch Lomond & The Trossachs National Park)

Nach einem leckeren englischen Frühstück gings zeitig los in Richtung unserer nächsten Destination, den Loch Lomond National Park. Schnell fanden wir unser B&B „Mackeanston House“ (www.mackeanstonhouse.co.uk ) welches für 2 Nächte unsere Basis war. Falls ihr jemals in diese Gegend geht, dieses B&B ist einfach nur top! Fiona und Ihr Mann sind total nett, ihr selbstgemachtes Frühstück nicht zu toppen und die Zimmer echt riesig! Wir hatten ein grosses Schlafzimmer + ein eigenes Badezimmer mit freistehender Badewanne und alles ist total liebevoll eingerichtet. Dazu bekommt man noch gratis Geschichten über die Queen und über Schottland erzählt. Da wir kurz vor der Abstimmung über die Unabhängigkeit Schottlands da waren, wurden wir natürlich zu unserer Meinung ausgefragt, als Schweizer blieben wir aber selbstverständlich neutral. Trotzdem war es spannend zu hören was die verschiedenen Leute darüber denken und den Hintergrund dazu zu hören.

Hier noch einige Impressionen des B&B (Achtung ganz schlimme Handybilder, nicht mal Knipserei-Niveau.. :D) und Nein, natürlich war das Bett nicht von Anfang an so, das liegt Einzig und Allein an meiner Angewohnheit sofort nach Zimmerbezug das Bestt zu test, muss ja bequem sein.

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Wir sind an diesem Tag noch eine Weile durch den Park gefahren zu einem See mit Dampfschiff, haben dort Shortbread mit Caramel gegessen und sind Abends zu dem Restaurant gefahren welches Fiona für uns gebucht hatte: Lion and Unicorn in Thornhill, die Pie dort sind absolut zu empfehlen! Fotografisch haben wir nichts gefunden was uns angesprochen hätte, aber das war auch in Ordnung. Im Nachhinein hätten wir besser mit dem Location-Scouting begonnen da wir nur 2 Nächte gebucht hatten, aber nachher ist man immer schlauer. Wir machten noch 1-2 Aufnahmen vom B&B aus mit Blick über die Felder, das von Thomas gefällt mir persönlich besser als meine Variante:

SunsetThornhill

 

 

 

 

 

Am nächsten Tag wollten wir uns aufmachen ins Hochland um das Buchaille Etive Moor zu fotografieren und vor allem die berühmte Stelle wo James Bond im Film Skyefall mit M spricht. Die Fahrt dauert etwas, ist aber landschaftlich sehr schön zu sehen wie das grüne, hüglige immer etwas düsterer und karger wird. Leider führte der Bach nicht wirklich Wasser und der starke Wind liess eine Langzeitaufnahme schwierig werden da sich sämtliche Blätter im Wind natürlich stark bewegten. Wir versuchten einige Perspektiven und machten das erste Mal mit den Midgees Bekanntschaft. Die kleinen Biester waren dort einfach etwas lästig aber noch nichts im Vergleich zu Skye.

Nichts wird unversucht gelassen, der Kollege übergibt sich nicht etwa, sondern schützt seine Filter vor den gelegentlichen Regentropfen:

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Und hier das Beweisbild, praktisch kein Wasser!

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Da die Location ohne Wasser nicht so richtig funktionieren will – zumindest für mich – fuhren wir bald weiter zur „James Bond Brücke“ Diese war mit Hilfe der GPS Koordinaten aus dem Internet auch rasch gefunden. Dort fliesst der Fluss über einige steile Kanten und die Felsen sind schön rund ausgewaschen. Aber kaum hatten wir eine gute Perspektive gefunden, öffnete der Himmel seine Schleusen und wir bekamen den ersten Regen dieses Urlaubs ab. Schnell flüchteten wir uns ins Auto, warteten etwas, konsultierten den Regenradar aber es sah nicht danach aus als wäre da noch was zu hohlen, also haben wir kurz was zu Mittag gegessen (Unser typisches untwerwegs Futter: Brot, Cheddar, Banaen und Chips, viele Chips) und sind dann weiter gefahren.

Am Nachmittag haben wir noch das Wallace Monument besichtigt, was aber eher historischer Natur denn fotografisch interessant ist. Am Abend stand mein erster Prio 1 Spot auf dem Programm, der sogenannte „Lonely Tree“ im Loch Lomond. Sieht gut aus auf Bildern, sollte einfach zu finden sein. Soweit die Theorie. Meine Recherchen hatten auch die Koordinaten eines Parkplatzes ergeben, also da hin gefahren. Das Problem begann auch dort. Der Parkplatz war wieder mit einem Tor versehen und sollte um 18:00 Uhr schliessen, also genau dann als wir da waren. Nach dem ersten Erlebnis am Falkirk Wheel waren wir ja schon vorgewarnt. Es war dann auch so das alle Gäste und Badenden den Parkplatz verlassen haben. Trotzdem wollten wir sehen ob sich die Location lohnt und sind kurz ausgestiegen, aber wo war nur dieser Lonely Tree? Wir suchten den Kiesstrand hoch, den Kiesstrand runter, kein einsamer Baum im Wasser! Ein Baum stand mitten im Kies aber der war ja nicht von Wasser umgeben! Wir suchten dann noch einen Parkplatz aber 5 km in jede Richtung konnte man nicht mal anhalten, das Strässchen war von Mauern umgeben oder dann wurden gerade andere Wildparker abgeschleppt. Das war also keine Option. Der Parkplatz wurde dann auch prompt mit dem Tor verschlossen und nach etwas Fotos ansehen kamen wir zum Schluss das der Baum einfach nicht im Wasser steht, weil da schlicht nicht genug Wasser ist!

Aber so einfach gab ich meinen Traum vom Baum im Wasser nicht auf. Wo ein Baum ist, gibt es mehrere Bäume, soweit die Überlegung. Nach weiteren 1.5 Stunden Suche war aber trotzdem noch nichts gefunden, ausser einer Party von schottischen Teenagern in einer kleinen Seitenstrasse am See wo wir uns dann doch langsam rückwärtsfahrend, da kein Platz zu wenden war, wieder entfernt haben. Tja Abend dahin, kein Baum im Wasser, kein Parkplatz, kein Foto. Auf dem Rückweg wollten wir noch sonst wo halten aber mit den schmalen Strässchen ist es schwierig mal eben spontan zu halten und einen Spot der uns Alle überzeugt hat haben wir auch nicht gesehen. Also blieb die Bilanz weiterhin mager. Langsam nagten die Zweifel an mir, würde das jetzt noch 2 Wochen so weiter gehen? Waren meine stundenlangen Recherchen so schlecht gewesen? Die Stimmung war auch nicht mehr die Beste da wir eigentlich nur rumgefahren sind und irgendwie nichts gefunden haben was uns gefallen hat (aus fotografischer Sicht).

Tag 4 bis 8 – Skye (Portree)

Weiter ging die Fahrt durchs Hochland via Fort William mit einem kurzen Stop in einem Highland-Besucherzentrum über die Brücke nach Skye. Gegessen haben wir im Restaurant an der Sligachan Brücke (kein wirklicher Höhepunkt) und danach unseren Weg nach Portree fortgesetzt. Portree als Ort haben wir uns ausgesucht zum einen da er relativ zentral gelegen ist zu den Locations welche wir ausgewählt hatten und zum anderen auch einfach weil nur dort etwas frei war. Wir haben im Kiltaraglen House (www.kiltaraglen.co.uk) im Garden Cottage übernachtet für diese Woche. Es gibt dort zwei Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, eine eigene Küche + Bad und ist wirklich sehr schön eingerichtet. Die Gastgeber Pam und Kevin sind super nett und zuvorkommend. Nachdem wir das Cottage bezogen hatten gings los nach Portree um das Städchen zu erkunden. Es gibt nicht soooo viel zu sehen, einen schönen Hafen mit Unterhaltung: am lokalen Fish & Chips Stand kaufen die Touris was zu essen nur um das soeben gekaufte 2 Schritte weiter an die Möwen zu verlieren. Die sind dort in Übergrösse vorhanden, richtige Bomber und haben den Raub vom Pommes & Fisch perfektioniert, die Touristen werden von allen Seiten angeflogen und das Essen wird ihnen mithilfe von Flügeln und Füssen aus der Hand geschlagen, andere Möwen lauern auf Autos, Dächern und am Boden um das heruntergefallene aufzuschnappen. Wir haben da sicher 30 Minuten gestanden und uns das Spektakel angesehen. Und ja ich gestehen, einige Tage später habe ich mir auch Fish & Chips gekauft, die Hälfte habe ich gegessen den Rest die Möwen.. An diesem Abend wollten wir aber etwas ordentliches und sind in ein Restaurant mit dem Namen „Well Plaid“ gegangen. Obwohl Restaurant.. das Fehlen von Einheimischen hätte uns warnen müssen. Das Essen war eine Katastrophe, man sah noch den Abdruck der Dose und es war einfach nur eklig! Well Plaid hiess ab sofort nur noch „Well Played“ und wurde zum Unwort des gesammten Urlaubs.  Zum Glück war neben dem onminösen Well Plaid ein Mark&Spencers wo wir uns erstmal gut eindeckten, dank unserer eigenen Küche im Cottage sind wir nicht einen frühzeitigen Hungertod gestorben. Da wir uns am nächsten Tag um 5.00 Uhr mit Marcus Mc Adam auf dem Quiraing-Parkplatz verabredet hatten gingen wir zeitig ins Bett.

Am nächsten Morgen standen wir wie verabredet um 5.00 Uhr auf dem windigen und Wolkenverhangenen Quiraing Parkplatz. Wir dachten da die Sonne um 5.30 aufgeht Marcus würde uns jetzt da zu einem Platz ganz in der Nähe führen, wir würden entspannt den Sonnenaufgang mitnehmen und dann den Tag voller Locations beginnen. Tja.. Marcus kam, fragte ob wir fit seien, „es geht“ und schon marschierte er in einem zackigen Tempo los. Wir folgten guter Dinge, und folgten und folgten.. Irgendwann fragte mich Thomas „wohin führt der uns“ ich hatte keine Ahnung. Vielleicht wollte er unsere Ausrüstung klauen und unsere Leichen dann in einer Felsspalte entsorgen? Wir sind ihm trotzdem weiter gefolgt, immer schön dem Berg entlang, hinauf, hinunter, hinauf, usw. Das Stativ wurde langsam schwer, Frühsport ist nicht so meins und dazu begann es leicht zu nieseln aus den dichten Wolken.. Irgendwann nach 45 Minuten am Berg entlang rennen (gehen kann man dazu nicht mehr sagen – und ich gehe schnell!) sassen wir auf einem kleinen Berg-Vorsprung. Die Sonne war natürlich nicht zu sehen und sowieso zog es immer mehr zu, so dass wir bald im dichten Nebel sassen. Mir wurde etwas unwohl aber Marcus meinte die Wolken würden sich bald verziehen. So war es dann auch sie kamen und gingen im Minutentakt, aber dicht bewölkt blieb es. Nach einigen Bildern zeigt er uns noch den Weg zur „Needle“ und erklärte uns auch den Weg zum „Table“, auf den Aufstieg haben wir aber verzichtet da sowieso nichts zu sehen gewesen wäre. Auf dem Rückweg zum Parkplatz wurden wir fast von Midgees gefressen, Thomas sah aus als hätte er die Masern und unsere Tankstellen-Nasa-Approved-Mückennetze kamen zu ihrem ersten Einsatz. Sieht absolut beknackt aus, hilft aber! Niemand, wirklich Niemand will die Viecher im Gesicht haben.

Weiter gings zu den Bridal Falls, ich hab mir da einen grossen Wasserfall vorgestellt, halt ein massives Ding, als ich die Bilder sah, als Marcus in einer kleinen Haltebucht stoppte dachte ich er wolle uns was Anderes zeigen. Nein wir seien hier an den Bridal Falls, aha. Mir wurde dann auch schnell klar wie das läuft, Tele drauf, zoomen und so den Eindruck erwecken das sei ein massiver Wasserfall wenn er in Wahrheit eigentlich nur ein Wasserfällchen ist. Im ersten Moment lähmt einen da seine eigene Vorstellung von einem Ort, irgendwie kam ich gar nicht zum Fotografieren weil das Bild in meinem Kopf und das Bild vor Ort so gar nicht zusammen passten.. Trotzdem haben wir uns etwas ausgetobt, verschiedene Blickwinkel probiert, versucht die Schafe aufs Bild zu bringen – die wollten aber partout nicht auf diese Bilder. Mit Marcus haben wir uns dann auf den Mittag bei den Fairy Pools verabredet um evt. auch noch den Sonnenuntergang mitzunehmen.

Also erstmal zurück ins Cottage, Mücken aus dem Rucksack entfernen. Was ich echt keinem rate: Objektiv wechseln im Mückenschwarm, niemals. Die Viecher sind überall! Da wir davon aber schon gehört hatten haben wir die Objektive im Auto gewechselt und somit keine Mücken auf dem Spiegel oder Sensor gehabt.

Am Nachmittag gings also los zum Parkplatz bei den Fairy Pools, natürlich war auch das wieder mit einem Sprint über nasses Grasland verbunden um überhaupt mal zu dem Fluss da zu kommen. Immerhin war mir nicht kalt, was sich als Vorteil herausstellte, einige perspektiven waren nur Möglich wenn man sich ins kalte Wasser gestellt hat. Also Schuhe aus, Hosen hochkrempeln und auf ins knietiefe Wasser. Zuerst ist mir nichts aufgefallen bis immer mehr Leute angehalten haben und mich gefragt habe woher ich kommen würde das ich so ohne Neopren ins eiskalte Wasser stehen würde? Mit der Antwort: Switzerland, waren sie dann sichtlich erleichtert das ich mir das Wasser ja offensichtlich gewöhnt sei bei unseren Gletscherseen, nicht das ich in den letzten 10 Jahren in einem gebadet hätte, aber für ein gutes Foto kann man schon mal kalte Füsse riskieren. Wir waren dann ziemlich den ganzen Mittag dort beschäftigt an verschiedenen Orten, haben den Leuten zugesehen die da Baden (mit Neoprenanzug :D), es gibt einige Punkte wo man reinspringen kann oder Felsen geformt wie Rutschbahnen, hätte mich auch angemacht aber ich hatte kein Badezeug dabei, ausserdem wollte ich die Schotten ja nicht noch mehr schockieren 😀

Auf dem Rückweg nach Portree hat uns Marcus noch einige seiner Lieblingsspots gezeigt und Thomas hatte von ihm noch GPS Koordinaten erhalten für weitere Punkte. Das Wetter war an diesem Tag leider total unbeständig und dauernd dicht bewölkt, also keinen Sinn einen Sonnenuntergangsspot zu suchen.

Hier unsere Kameras währendem frühen Morgen als  Thomas das Titelbild dieses Blogs aufgenommen hat:

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Für die Tage darauf hab ich keinen detailieren Zeitplan mehr im Kopf, es war aber sehr, sehr oft sehr regnerisch, also keine Fotos, wir habens doch an 4 von 5 Morgen probiert zum Sonnenaufgang, einmal gabs eine kurze Auflockerung auf dem Quiraing und ein einziger Tag war wirklich zu gebrauchen wettertechnisch. Dort konnten wir dann viele Spots abhaken wie Neist Point (sind wir auch zwei Mal angefahren, ich kann nur sagen: wenn kein Licht da ist: spart euch den Weg), das kleine Boot auf dem Weg zu den Fairy Pools (hier muss da Timing passen mit Flut + Sonne), Fairy Glens (schön anzusehen aber hat mich nicht so angesprochen fototechnisch), Quiraing und der Baum da oben, das Licht muss einfach passen, ohne Licht läuft nichts 😀 Um die regen Tage zu überbrücken haben wir einen Bootsausflug von Portree aus gemacht und dabei Delfine und Seeadler gesehen und eine Speedboattour von Elgol aus. Das hat zwar so richtig Spass gemacht aber bei den Regenschauern die einem da ins Gesicht gepeitscht werden.. Aua 😀 Die heisse Schokolade mit Marshmallows war danach genau das Richtige! Bei der Rundfahrt haben wir einige richtig, richtig gute Spots gesehen, wie eine einsame Insel voller Hirsche, einem grossen Wrack, einigen Felstore.. aber leider nur mit einem privaten Boot zu erreichen.

Anbei noch die Bewohner von Elgol, ich meine die tierischen 😀 Ich staunte nicht schlecht als wir da am „Hafen“ ankamen und eine Herde Kühe sich über Taue, Seile und Fischernetzte hermachte, der nette Bootsführer hat mir dann erklärt das machen die schlauen Tierchen um das benötigte Salz aufzunehmen. Muss ich meinem Pferd auch mal sagen.. Ab heute kein Himalaya-Salzleckstein mehr, jetzt gibts nur noch Taue!

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Unser Auto war auch interessant, wir hofften Sie würden es nicht den Berg runterscheiben, gewackelt hats definitiv als sich eine der Kühe da angelehnt hat..

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In der Taliskerbay waren wir auch noch, haben zwei Italienern zugesehen wie sie ihren Fiat500 in einen Graben gesetzt haben und ihn schlussendlich beim Versuch rückwärts raus zu fahren komplett demoliert haben, dort habe ich mehr Detailaufnahmen gemacht weil das Wetter einfach nicht gepasst hat für meine Bildideen.

Hier ein Handybild meiner unmotivierten Herumlauferei: (Vielleicht habt ihrs schon gemerkt, ja ich mache gerne kitschige Herzchen-Postkartenbilder, ist mal etwas Anderes und die Zeit vergeht auch noch! Einige davon seht ihr in meiner Gallery unter „Details“ ;))
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Die für mich interessantesten Bewohner der Taliskerbay: Pfauen, sehr interessierte Vögel, und sie mögen Bananen. Ich hatte fast Schweissausbrüche weil ja keiner wusste ob Bananen giftig sind für Vögel, aber das sind sie wohl nicht. Glück gehabt, meine pfauigen-Kollegen!

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Eigentlich sind alle Bilder die, aus meiner Sicht, als „Poster“ durchgehen an dem einen Tag entstanden an dem das Wetter gut war. Ansonsten gibt es einige nette Bilder und Erlebnisse aber bei strömendem, anhaltendem Regen einfach nicht das Wahre. Ich glaube wenn nochmal Skye, dann im Winter. Das Licht soll besser sein, das Mückenproblem existiert nicht und die Niederschläge sind weniger. Umsonst nennt man die Insel nicht „Misty-Isle“. Also als „Familienausflug“ würde ich Skye nicht empfehlen. Es gibt eigentlich keine Indoor-Aktivitäten, alles findet draussen statt und wenn es wie bei uns tageweise regnet wird’s mal schnell ungemütlich. Judge Judy , The Great British Bake Off und TOWIE mögen für einige Stunden interessant sein aber eigentlich ist man ja nicht soweit gefahren um vor dem TV zu liegen.

Skye ist ohne Zweifel ein sehr schönes Stück Erde und definitiv ein Besuch wert. Allerdings wettertechnisch gestaltete sich unsere Woche sehr schwierig. Es hat mir dann auch deutlich die Grenzen der Recherche von zu Hause aus aufgezeigt. Dank einigen Tipps von Marcus haben wir auch an Regentagen einige Spots gefunden die wir sonst nicht angefahren hätten.

Tag 9 bis 12 – Elgin

Die nächste Station, Elgin liegt an der Nordküste Schottlands. Hier findet man auch einen Teil des Whisky-Trails. Hier stand dann auch die Speyside Cooperage (Küferei) auf dem Programm sowie die Strathisla Distillery.

Die Strahisla Distillery, sehr schönes Gebäude und spannende Führung inkl. Tasting!

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Das Wetter war besser war besser an diesen Tagen, nur noch der übliche kurze Regen. Wir waren auch am Chanonry Point wo man Wale und Delfine beobachten kann, von Strand aus! Delfine auf der Jagd haben wir gesehen, Wale leider nicht 😀 An einem Abend wollten wir einen Leuchtturm fotografieren neben einer RAF Basis, das hat sich als fast unmöglich erwiesen 😀 Und zwar weil der Leuchtturm eingezäunt war, überall Park/Fahrverbot, schwere Mitlitärpatrouillen und als wir versuchten über einen Golfplatz zu laufen sind wir herausgestochen wie bunte Hunde. Wir habens dann gelassen und uns auf einen Strandabschnitt mit einigen Felsen fokussiert. Thomas hat da ein Poster abgesahnt:

© Thomas

© Thomas

 

 

 

 

 

 

Am zweiten schönen Abend wollten wir den sogenannten Bow Fiddle Rock fotografieren, der war relativ einfach zu finden und sieht wirklich schick aus! Das Licht war uns ausnahmsweise hold, nicht für lange Zeit aber immerhin 🙂 Schon auf der Rückfahrt hats wieder geregnet. Zum Abschluss haben wir noch den berühmten Whiskyladen Gorden&MacPhail besucht um unsere Mitbringsel zu kaufen.

Bow Fiddle Rock:

Bowfiddle-Rock

Tag 13 bis 15 – Lake District (Yorkshire)

Die letzten zwei Nächte haben wir im Lake District verbracht. Bei meinen Recherchen hat das alles sehr gut ausgesehen, vor Ort hatten wir aber schlicht zu wenig Zeit und zudem wieder Regen. Für die guten Spots müsste man etwas wandern und ich denke sich genügend Zeit nehmen um die Spots mehrfach zu besuchen. Das war uns da nicht möglich, wir sind einiges angefahren aber mit monoton grauer Wolkendecke ohne jegliche Struktur und gelegentlichem Nieselregen war da einfach nur Tristesse. Das Städchen Keswick ist voller Outdoorläden und somit haben wir uns zumindest mit neuen Regenjacken eingedeckt. Ansonsten war das so gar nicht mein Ding daher auch keine brauchbaren Fotos.

Fazit

Schottland ist ein tolles Land, die Leute sind britisch-freundlich, der Humor liegt mir sowieso, das Wetter war uns nicht hold, Wolken sind ja nicht per se etwas schlechtes aber grauer Einheitsbrei ist halt nichts, ausser man hat Spots die auch so funktionieren. Wenige richtig gute Stunden und da waren wir manchmal am falschen Ort. Im Nachhinein hätten wir wohl mehr Geduld gebraucht am einen oder anderen Ort, allerdings war da immer die Angst sonst wo etwas zu verpassen, ich hoffe das kommt mit der Erfahrung! Die Recherche war eigentlich gut aber das ansehen vor Ort kann nichts ersetzen, wie fühlt sichs an, gibt es wirklich nur dieses eine Bild welches „Jeder“ macht oder sind neue/andere Blickwinkel möglich, dann gab es Orte die mich auf den Fotos total angesprochen haben aber Live dann doch gar nichts für mich waren. Oder Bilder die man dann vor Ort erfährt das sie nur mit grossem Aufwand (zeitlich, finanziell) möglich sind. Aber man lernt ja dazu 🙂

Ich werde dann sicher berichten ob meine Islandplanung erfolgreicher war da ich jetzt NOCH mehr Zeit in die Details investiert habe, die GPS Daten für alle Spots wo immer möglich besorgt, Routenangaben herausgesucht, Google Maps genauer angesehen, viel mehr Berichte und Bilder pro Destination angesehen.. Aber ich bin sicher auch da wird es Überraschungen geben! Eigentlich ist das Bild der Schottlandreise, welches mir am Besten gefällt, dasjenige des kleinen Bootwracks, das war nicht geplant, es lag einfach am Strassenrand und hat uns angesprochen und wir hatten das Glück das wir beim dritten Besuch den perfekten Zeitpunkt getroffen haben, es war Flut und die Sonne hat die Landschaft erleuchtet:

Meine Version:

Lost-Boat-2

Die von Thomas:

© Thomas

© Thomas

 

 

 

 

 

 

Also war das eigentlich ein Zufallstreffer, ich denke bei aller Planung und Recherche sollte man trotzdem immer offen bleiben für Dinge die einem ansprechen vor Ort. Klar auch wir wollten die „Klassiker“ mitnehmen wie den Quiraing, Lonely Tree etc. aber ich persönlich will meine eigenen Bilder machen keine Kopien darum bin ich immer auf der Suche auf etwas was MIR gefällt, wenn das der Klassiker ist, dann ist es eben so, auch diese Bilder schaut man sich an, aber am besten gefallen mir im Nachhinein dann doch immer ruhige Bilder. Was ich für mich auch mitnehme aus dieser Reise, nichts erzwingen, wenn einem der Ort nicht gefällt, dann gefällt er einem halt nicht. Als ich das akzeptiert habe und anstatt krampfhaft versucht habe irgend ein gutes Bild zu machen auch mal einfach dagesessen bin, mir die Ruhe und die Landschaft zu Gemüte geführt habe wars gleich viel Entspannter und das soll es ja sein Entspannung.

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